Die Vorteile des Besitzes eines alten Autos liegen zweifellos darin das man, wenn man in der Lage ist selber zu schrauben, nahezu alles selber reparieren kann. Ein weiterer Vorteil ist natürlich auch, dass erst gar nicht soviel kaputt gehen kann, da die Verarbeitung an sich wesentlich besser als bei neueren Fahrzeugen ist, und längst nicht so viel „unnötige“ Dinge verbaut wurden. Eine Zentralverriegelung, Servolenkung, Airbags oder nervig piepende Instrumente sucht man glücklicherweise vergebens.
Dieses findet man meistens in dem so genannten “Neuschrott“ allerdings im Übermaß, so piept und macht und tut alles mögliche; sie sind nicht angeschnallt, überprüfen sie die Bremsen, die Tür ist noch geöffnet ect. bla bla.
OK, es dient der Sicherheit, sollte man meinen, viele Menschen sind aber dadurch genervt und verunsichert, reagieren dann nicht mehr auf die Anzeigen wenn es wirklich darauf ankommt.
Wenn man nun bedenkt das seit 1984 z .B. im Manta auf eine Öldruck Anzeige, die ja auch schon zum Schutze des Motors sehr wichtig ist, zugute einer Econ anzeige (zeigt einem u .a. an dass der Wagen beim Gasgeben, oder im Stand unwirtschaftlich ist) verzichtet wird. Dann sollte man sich schon wundern, oder ? Noch schlimmer ist es bei neuen Fahrzeugen, wo selbst auf eine Motor Temperaturanzeige verzichtet wird und ein Motorschaden vom Hersteller (die Reparatur kostet schnell mal bis zu 9000 Euro) billigend in Kauf genommen wird. Man bedenke auch noch die enormen Kosten bei einem notgedrungenen Besuch in der Fachwerkstatt, in der dann auch noch gerne mal unfreundlich und inkompetent bedient wird.
Die (auch noch oft schlecht) verarbeiteten mangelhaften Materialien (billiges Plastik) in den Fahrzeugen lassen auch zu wünschen übrig. Und wo sind eigentlich die guten alten Scheibendichtungen? Na- ja, nichts ändert sich zum besseren.
Nun gut, die Umweltfreundlichkeit, Steuerersparnis und das Gefühl etwas Neues zu haben tragen sicher auch ihren Teil dazu bei, sich “Neuschrott“ zuzulegen. Es ist nicht nur bei Opel so, sondern bei allen Fahrzeug Herstellern. Aber warum? Kein Idealismus mehr bei den Herstellern? Am Geld kann es nicht liegen, würde man besser (ver)arbeiten, würden sie auch wesentlich mehr verkaufen, solange das so bleibt, werde ich mir kein neues Auto zulegen, darum arbeite ich auch am Erhalt der alten “Kisten“.
Aber warum werden Autos so unlogisch und Reparatur feindlich gebaut? Meine persönliche Meinung ist: Früher hat man einen Beruf erlernt und sich dann weitergebildet, z. B. zum Meister oder Ingenieur, heut wird Studiert und man kann gleich Autos bauen (glauben die Studierten) Die Jungs sollten erstmal eine Weile an den Autos reparieren die sie entwerfen, dann würden sie evt. merken was sie da für eine Zeit- und Nervenraubende Sch… erschaffen haben.
Wünschenswert wäre es auch wenn die Hersteller, und die Fachwerkstätten, dazu beitragen würden, das der alt gewohnte Qualitäts- und Reparaturstandart, sowie Kundenfreundlichkeit wieder an der Tagesordnung sind.
Einen besonderer Dank geht an die Firmen die es möglich gemacht haben, alte Fahrzeuge mit Katalysatoren nachzurüsten. Schade nur dass keine weitere Umrüstung zwecks Steuerbegünstigung in Deutschland möglich ist, dabei sind viele alte “Stinker“ “Sauberer“ als manche neueren übermotorisierten Fahrzeuge.
In diesem Sinne, die Alten müssen zwar zuerst ab, aber man soll das Alter auch ehren (und erhalten).
Herr Hotte
Opel Manta IG Aurich 1992



